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Bezirksgruppe der VFMG e.V.


Exkursion nach Misburg im April 2019


 


 

Eine Auswahl der in den vergangenen Jahren in Misburg gesammelten Fossilien:



Exkursion in den Botanischen Garten Dresden im Juni 2019


Am 15. Juni begleiteten wir Dr. Lutz Kunzmann, Sektionsleiter Paläobotanik an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden, auf einer sehr interessanten und aufschlussreichen Exkursion durch den Botanischen Garten Dresden. Bei der Führung wurde deutlich: Klimawandel gab es auf der Erde schon immer! Davon zeugen unter anderem die vielen Pflanzenfossilien aus den Braunkohlentagebaue in Deutschland. Dass der Mensch seit ca. 300 Jahren gravierend in das globale Klimageschehen eingreift, sollte aufgrund des rapiden Anstiegs des CO2 – Anteils in der Atmosphäre und der nicht zu leugnenden Erderwärmung jedem bewusst sein. Welche Auswirkungen dies letztendlich auf die Lebewelt und das System Erde hat, ist wegen der Vielzahl von Parametern, die sich gegenseitig bedingen und beeinflussen, überhaupt noch nicht klar. Bei dem Rundgang berichtete Dr. Kunzmann unter anderem über die im Botanischen Garten wachsenden "lebenden Fossilien". So erfuhren wir, dass der Gingko der letzte Vertreter einer Pflanzengruppe ist, die schon im Perm vor über 250 Millionen Jahren ihren Ursprung hatte. Die fossilen Blätter urtümlicher Gingkogewächse im Kupferschiefer sind bekannt als Sphenobaiera digitata. Verschiedene Arten von Mammutbäumen wurden vorgestellt und selbst die Magnolien sind Pflanzen, welche schon zu Zeiten der großen Dinosaurier existierten. Die ersten blühten bereits in der Kreidezeit. Die Entwicklung der tertiären Braukohlenwälder Mitteldeutschlands vom Sumpfwald über Riedmoore bis zum Hochmoor, die sich über die Fossilien in den Kohleschichten nachweisen lässt, wurde von Dr. Kunzmann ebenso eindrücklich erklärt. Wir danken ihm für den trotz des heißen Wetters angenehmen und lehrreichen Vormittag!
 

Erläuterungen zu den Bildern:
 

Bilder 2-4: Die Wollemi-Kiefer (Wollemia nobilis) ist erst 1994 in Australien entdeckt worden! Der streng geheime Standort beherbergt nur wenige Exemplare dieses "lebenden Fossils" aus der Familie der Araukariengewächse. Die langen Zapfen in Bild 3 sind männlich, in Bild 4 ist eine weibliche Blüte zu sehen. Beide Reproduktionsorgane hängen am selben Baum (Einhäusigkeit).

Bilder 5-7: Die Arten Farngattung Dicksonia wachsen baumförmig. Diese Wuchsform besaßen bereits Farne im Oberdevon. Bild 6 zeigt den äußeren Luftwurzelmantel im unteren Stammbereich, der diesem Stabilität verleiht.

Bilder 8, 9: Die Magnoliengewächse sind seit der Zeit der Unterkreide (ca. 120 Mio. Jahre vor heute) nachgewiesen.

Bild 11: Hier ist die Ausdehnung des Meeres (Paläo-Nordsee) im Oligozän Mitteleuropas dargestellt. Man erkennt deutlich die Leipziger Tieflandsbucht. Fossilien wie Muscheln, Haizähne oder Knochen von Seekühen aus den Meeresablagerungen dieses Gebietes wurden vor kurzem in der Sonderschau unserer Mineralienbörse gezeigt.

Bild 12: Darstellung der Sauerstoff-Isotopen-Verhältnisse in den Schalen mariner Großalgen (Foraminiferen) während des Känozoikums; Das Isotopen-Verhältnis von Sauerstoff-16 zu Sauerstoff-18 spiegelt die globale Wassertemperatur der Ozeane wider und lässt damit auf die Temperaturentwicklung in der Erdatmosphäre schließen.

Bild 13: Von unten nach oben ist die Entwicklung eines tertiären Küstenmoores in Mitteldeutschland mit Angabe der Charakterarten dargestellt.

Bild 14: Mammutbaum Sequoiadendron giganteum

Bild 15: Fossiler Stubben eines Mammutbaumes aus dem ehemaligen Tagebau Cospuden (südlich von Leipzig); Alter ca. 32 Millionen Jahre

Bild 16: Flügelnuss Cyclocarvia paliurus; die attraktiven Früchte von Cyclocarvia sind aus den Begleitschichten der Braunkohle nachgewiesen

Bild 17: Mooreichen; Diese Exemplare sind ca. 8000 Jahre alt.

Bilder 18 – 20: Tropische und subtropische Wasserpflanzen: in den tertiären Küstenmooren Mitteldeutschlands die Pflanzen der offenen Wasserflächen des Sumpfwaldes

 

 


 

 

Exkursion in den Tagebau Welzow-Süd im August 2019