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Bezirksgruppe der VFMG e.V.


Befahrung des König-David-Stollns Scharfenberg 2020


 

800 Jahre Silberbergbau in Scharfenberg

 

Scharfenberg ist ein kleiner Ort unweit der Elbe zwischen Dresden und Meißen. Hier wurde bereits im 13. Jahrhundert nachweislich Silberbergbau betrieben. In alten Quellen ist angegeben, dass bis Mitte des 14. Jahrhunderts Erze mit einem Gehalt von ca. 100 t Silber geschürft worden sein sollen. Diese Masse entspricht einem Volumen von 10 Kubikmetern dieses Edelmetalls bzw. einem Würfel mit mehr als 2 Metern Kantenlänge! Im 16., 17. und 18. Jahrhundert folgten drei weitere Blütezeiten des Bergbaus, bevor von 1875 bis 1889 letztmalig metallhaltiges Gestein abgebaut wurde. Diese letzte Periode lieferte aus 10 000 t Silbererz noch ca. 18 t Silber. Die Grube Güte Gottes war der reichste Abbau in dieser Zeit in Scharfenberg. Um an weiteres Edelmetall zu gelangen, wurde der zu dieser Grube gehörende Hoffnungsschacht ab 1869 bis in fast 300 m abgeteuft. Zur Abführung der Grubenwässer des gesamten Bergbaugebietes diente der zur Elbe führende König David Hilfsstolln. Dieser wurde in den Jahren 1883 und 1884 so ausgebaut, dass eine Grubenbahn Erze zum Mundloch beförderte und auf dem Rückweg Kohlen von der Elbe zur Schmiede am Hoffnungsschacht brachte. Über 100 Jahre später und spätestens mit der Flut 2002 stellte man fest, dass dieser immer noch der Entwässerung dienende Stollen zugeschlammt und nicht mehr funktionsfähig war. Wasser staute sich und es folgten Tagesbrüche. Eine Sanierung wurde unabwendbar. Die Arbeiten durch die Bergsicherung Freital GmbH begannen 2013 und dauerten 5 Jahre.

Sowohl der Hoffnungsschacht als auch der König David Hilfsstolln sind dank des großen Engagements der Eigentümer der Schachtgebäude Frau Arlautski und Herrn Lier sowie des Einsatzes des Bergbauvereins Scharfenberg e.V. seit einiger Zeit wieder zu besichtigen.

Wir folgten sehr gerne der Einladung des Bergbauvereins zur Befahrung des Stollens und Besichtigung des Schachts. Nach einführenden Worten, dem Anlegen der Ausrüstung von Gummijacke, Geleucht, Helm und hoher (!) Gummistiefel ging es einen kurzen Fußweg vom Schachtgebäude vorbei am Schloss Scharfenberg hinab zum Mundloch. Dieses befindet sich direkt gegenüber der Gaststätte Western Inn an der Bundesstraße B6. In kleinen Gruppen erkundeten wir nun den ca. 800 m langen Stollen. Während der reichlich zweistündigen Befahrung erfuhren wir viel Interessantes über das Werden und Vergehen dieses Bergbaureviers, die Geologie und die Mineralien dieses Ausläufers des Erzgebirges und die schwierigen Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufe unter Tage. Im liebevoll eingerichteten kleinen Museum im ehemaligen Schachtgebäude wurde anschließend reichlich gefachsimpelt. Bei Speis und Trank sowie den eindrücklichen Berichten der Hausherrin vom Erwerb, dem Umbau und den Ausbauplänen stellten wir fest, dass sie nicht nur eine treffliche Köchin ist, sondern auch eine mutige Eigentümerin mit reichlich Bergbauwissen.

Wir danken Herrn Rosner, Herrn Sickmann und Herrn Hegewald vom Bergbauvereins Scharfenberg e.V. sowie Frau Arlautski und Herrn Lier für diesen sehr gelungenen Exkursionstag.